Wieder entsperrt!

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  • Samuel Beckett:

    "The simplest course, when the motives of a deed are found subliminal to the point of defying expression, is to call that deed ex nihilo and have done".

Trauma, Massenmedien (Forschung)

Anne Rothe: Popular Trauma Culture: Selling the Pain of Others in the Mass Media. New Brunswick, N.J.: Rutgers University Press 2011.

Aus der Verlagsanzeige: “In Popular Trauma Culture, Anne Rothe argues that American Holocaust discourse has a particular plot structure—characterized by a melodramatic conflict between good and evil and embodied in the core characters of victim/survivor and perpetrator—and that it provides the paradigm for representing personal experiences of pain and suffering in the mass media. The book begins with an analysis of Holocaust clichés, including its political appropriation, the notion of vicarious victimhood, the so-called victim talk rhetoric, and the infusion of the composite survivor figure with Social Darwinism. Readers then explore the embodiment of popular trauma culture in two core mass media genres: daytime TV talk shows and misery memoirs. / Rothe conveys how victimhood and suffering are cast as trauma kitsch on talk shows like Oprah and as trauma camp on modern-day freak shows like Springer. The discussion also encompasses the first scholarly analysis of misery memoirs, the popular literary genre that has been widely critiqued in journalism as pornographic depictions of extreme violence. As they constitute the largest growth sector in book publishing worldwide, many fictional and therefore fake misery memoirs appeared. And since forgeries reflect the cultural entities that are most revered, the book concludes with an examination of fake misery memoirs”.

Rezension bei H-Soz-u-Kult.

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Lustmord (Forschung)

Arne Höcker: Epistemologie des Extremen. Lustmord in Kriminologie und Literatur um 1900. München: Wilhelm Fink 2012.

Verlagsanzeige: “Zu Beginn des 20. Jahrhunderts ist der Lustmörder eine kulturelle Ikone. Am rasanten Aufstieg dieser Figur sind Kriminologen, Psychiater und Literaten gleichermaßen beteiligt. In wissenschaftlichen und literarischen Fallgeschichten erzählen sie vom Lustmord als einer allgegenwärtigen Gefahr, in deren Ausgrenzung sich eine Gesellschaft ihre eigenen Gesetze und Normen vorzuschreiben versucht.
Vor diesem Hintergrund rekonstruiert dieses Buch die Entstehung kriminologischen Wissens im Schnittfeld von Wissenschaft und Literatur. Dem Lustmord kommt dabei eine Schlüsselrolle zu: Seine besondere Spektakularität trägt nicht nur zur Veranschaulichung und Popularisierung kriminologischer Konzepte bei, sie ist auch ein wesentlicher Bestandteil ihrer Epistemologie”.

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Polizei, Gewalt und Staat

Alf Lüdtke, Herbert Reinke und Michael Sturm (Hg.): Polizei, Gewalt und Staat im 20. Jahrhundert. (Studien zur inneren Sicherheit, Bd. 14) Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2011.

Verlagsanzeige: “Die Polizei repräsentiert wie kaum eine andere Institution das staatliche Gewaltmonopol. Doch was ist damit konkret gemeint? Die historische Erkundung zeigt, dass auch in der neuesten Zeit „Polizei“, „Gewaltmonopol“ und „Staat“ sehr unterschiedlich verstanden werden. Entscheidend für das Profil staatlicher Autorität und Durchsetzungsmacht sind dabei weniger abstrakte Strukturen und gesichtslose Apparate, als die sozialen Praktiken der Akteure: der Polizei, anderer Institutionen, aber auch des Publikums. Umstritten bleiben zumal die Formen der Androhung und des Einsatzes polizeilicher Gewalt. Die Beiträge des Bandes widmen sich in exemplarischen Fallstudien unterschiedlichen Praktiken wie Deutungen des Polizierens im 19. und 20. Jahrhundert”.

Inhaltsverzeichnis (PDF); Google-Preview.

 

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Doderer: “Ein Mord den jeder begeht”

Sommer Gerald / Walter Robert (Hrsg.): Doderer, das Kriminelle und der literarische Kriminalroman. Zu Heimito von Doderers Ein Mord den jeder begeht. (Schriften der Heimito von Doderer-Gesellschaft, Band 6) Würzburg: Königshausen & Neumann 2011.

Verlagsanzeige (mit Inhaltsverzeichnis): “Heimito von Doderer hat sich nicht ohne Erfolg auch im Bereich der Kriminalliteratur umgetan: Sein 1938 erschienener Roman Ein Mord den jeder begeht spielt virtuos mit Motiven und Regeln dieses Genres, so daß man ihn zwar innerhalb der Gattung verorten, zugleich aber feststellen muß, daß hier die Gepflogenheiten des Genres überschritten, gebrochen und gegeneinander gewendet werden. Zwei Beiträge mit Materialien geben zu Beginn des Bandes Einblicke in entstehungsgeschichtliche und topographische Hintergründe des Romans. Danach folgen die Vorträge des 5. Doderer-Symposions der Heimito von Doderer-Gesellschaft, das vom 8. bis 10. September 2006 in Berlin stattgefunden hat, sowie eine Reihe eigens für den Band geschriebener Beiträge zu genretypologischen, erzähltechnischen, intertextuellen u. a. Fragestellungen”.

 

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Criminal Justice (USA)

Christina Nord bespricht in der Taz (25.11.2011, S. 16) eine Reihe von True-Crime-Dokus, die auf dem Internationalen Dokumentarfilmfestival von Amsterdam gezeigt werden:

  1. Marc H. Simon: Unraveled (USA 2011).
  2. Steve James: The Interrupters (USA/England 2011; Website zum Film).
  3. Alix Lambert / David MacMahon: Bayou Blue (USA 2011; Website zum Film).
  4. JD Leete: Sealed Fates (USA 2011; First Act on Vimeo).
  5. Werner Herzog: Into the Abyss (Deutschland 2011; Trailer etc. bei IMDB).

Da wär’s ganz sinnvoll, sich über die Strafjustiz in den USA zu informieren, z. B. in

Michael Tonry (ed.): The Oxford Handbook of Crime and Criminal Justice. (Oxford handbooks) Oxford ; New York: Oxford University Press 2011. (“New in Paperback”; Hardcover 2009.) Verlagsanzeige. Google-Preview. (Fundgrube.)

 

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Spurenleser & Krimibastler

In der TAZ gibt es ein Interview mit “Josef Wilfling, Ex-Leiter der Münchner Mordkommission”, das indirekt und ebd. in einer “Wortkunde”-Kolumne von Christian Semler kommentiert wird, für die ich im Augenblick keinen Link finden kann (“Es wurde suggeriert, bei der Herstellung und dem Verkauf von Döner hätten verbrecherische Organisationen die Hand im Spiel …”).

Selbstverständlich polemisiert Wilfling gegen Politker, “die jetzt am meisten das Maul aufreißen, sich wichtigmachen und von Versäumnissen reden. Die sollten drüber nachdenken, dass sie es sind, die den Informationsfluss unterbinden”, doch er läßt auch einen Blick auf seine Reflexionsfähigkeit zu: “man hält sich eben an die Fakten, und die Ermittlungen haben zunächst deutliche Hinweise auf ein organisiertes Verbrechen gegeben”.

So ist das halt mit den “Fakten”: Sie liegen nicht einfach am Tatort rum, sie haben keine Griffe, an die man sich halten könnte, sie brauchen aber für ihre Faktizität einen Rahmen. Und wenn der schon ein Produkt von Selbstsuggestion ist, dann, s. o., wird der Ermittler zum Stolperer im ‘Wald der Fiktionen’ und sein Hinweis auf “deutliche Hinweise” kann nur bestätigen, daß er sich von genau den Vorurteilen leiten ließ, die schon zum Branding “Döner-Morde” und “Soko Bosporus” geführt hatten.

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Poe-Forschung (Rezeption)

Christine A. Jackson: The Tell-Tale Art: Poe in Modern Popular Culture. Jefferson, NC: McFarland & Co. 2011.

Verlagsanzeige: “Greed and guilt, near-indecipherable codes, murder plots born of madness–these motifs drive the best modern mysteries, but they are rooted in the early nineteenth century and the carefully constructed fiction of Edgar Allan Poe. Poe’s methods of storytelling and suspense remain relevant, reappearing in detective novels and on screens large and small. This work examines a wide selection of today’s mystery and thriller novels, films, television programs, and video games to explore Poe’s ongoing influence on popular entertainment. Authors such as Michael Connelly, Stieg Larsson and Dennis Lehane, television shows like The Closer and Dexter, and movies from Laura and Vertigo to Shutter Island and The Girl with the Dragon Tattoo all receive attention. The popularity of Poe’s narratives in these contemporary guises is testimony to his visionary genius”.

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“The representation of crime through mediated forms has a long human history”

Laura Huey:  Crime behind the glass: Exploring the sublime in crime at the Vienna Kriminalmuseum. In: Theoretical Criminology, November 2011, 15: 381-399, here p. 384. Abstract: “Scholars have noted an ever-increasing growth in the number of crime-themed leisure and tourism venues. Within this article I examine one such site: the Vienna Kriminalmuseum. An analysis of this site provides an opportunity to explore how the ‘sublime in crime’ is presented to the Museum’s visitors in ways that intentionally merge the macabre with the educational. This presentation says much, I suggest, not only about the Museum’s goals, but about its intended audience, an audience seeking to be exposed to elements of the darkest side of humanity, now sanitized for wider public consumption through the union of educational and entertainment strategies”.

Der theoretische Rahmen des Aufsatzes stammt im wesentlichen von Burke, Kant, Schiller und Seltzer. Lesenswert, obwohl Überraschungen ausbleiben.

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Kanzlergalerie

Quelle: ZDF, Interview-Ausschnitte. Ein längere Fassung war am 8.11.2011 bei Phoenix zu sehen. Die Kamera blieb während des ganzen Interviews unbeweglich in dieser Position.

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