Jährliches Archiv: 2006

Gartenlaube

Friederike Meyer: “Zur Relation juristischer und moralischer Deutungsmuster von Kriminalität in den Kriminalgeschichten der ‘Gartenlaube’ 1855–1870″, in: Internationales Archiv für Sozialgeschichte der Literatur 12 (1987), S. 156–189. Man kann die Bedeutung der Familienzeitschriften für die Entwicklung der deutschsprachigen Kriminalliteratur in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gar nicht hoch genug einschätzen. Nahezu jeder literarische Text, [...]

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Kinderseelen allenthalben

“Der Vater, von dem das Kind die erste Strafe erhält, wird für das Kind zum ersten Richter. Seine Macht und Eindrucksfähigkeit wird von keinem späteren ‘wirklichen’ Richter erreicht, geschweige denn übertroffen. Der gute, schützende Vater und der gefürchtete, strafende ist eine unlösliche Einheit. Zunächst bestehen die widerstreitenden Gefühle, die sein Verhalten erregen muß, ungestört nebeneinander. [...]

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Genrebewußtsein

In Mirko Schädels Bibliographie (allseits zu Recht gelobt, s. nur hier) findet sich auf S. 506 des ersten Bandes unter Nr. 4861 folgender Eintrag: “Ludwig, Otto / (1813-1865) / Zwischen Himmel und Erde / Stuttgart: Robert Lutz, 1922, 176 S. / Slg. ausgewählter Kriminal- und Detektivromane 109″ Wie kommt Otto Ludwigs Erzählung aus dem Jahr [...]

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“Written by fools to be read by imbeciles.” Blogs, acc. to Wall Street Journal.

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Garnitur

nennt man das Arrangement aus Salatblatt, unreifer Tomate, Brokkoli und Möhren, das in deutschen Restaurants die Tellergerichte ziert. Michael Rutschky verortet Thomas Harris’ Roman Hannibal Rising plausibel im späten 19. Jahrhundert und bemüht noch den Kunstphilosophen Karl-Heinz Bohrer: “Wenn das Böse bloß ein anderes Böses widerspiegelt, ist es per definitionem Abklatsch, verkleinert, flau.” In der [...]

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Genrebewußtsein 1874

“Die Untersuchung, worin das eigentliche Wesen des Criminalromans bestehe und wodurch die große Anziehungskraft, die er auf den gebildeten Leserkreis ausübt, gerechtfertigt werde, ist nicht ohne Schwierigkeit und — wie wir zu unserm Bedauern gestehen müssen — nicht ohne Bedenken. Denn es hat wohl noch kein Erzeugniß der zeitgenössischen Literatur die ihm erwiesenen Ehren so [...]

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Genrebewußtsein

Noch in den späten 1850er Jahren konnte Poes “Murder in the Rue Morgue” übersetzt, nur mäßig bearbeitet und gänzlich unbemerkt als authentischer Kriminalfall, bei dem sich der Pariser Polizeipräfekt nicht mit Ruhm bekleckert hatte, in einer Fallsammlung “für das Volk” erscheinen, die von einem entlassenen münsteraner Justizbeamten herausgegeben wurde. In den späten 1860er Jahren nochmals, [...]

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Schrullig:

“Was heute bei einem Autor wie Thomas Pynchon sagenumwoben und geheimnisumwittert erscheint, war bereits bei Arno Schmidt Programm: Er verweigerte sich recht früh dem Literaturbetrieb, gab keine Interviews oder Statements mehr ab, entzog sich radikal.” Genau. Und deshalb bespricht Deutschlandradio Kultur heute “Arno Schmidt: “Lesungen, Interviews, Umfragen”. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main. 231 Seiten mit [...]

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Bestenliste (auch ein Exorzismus)

Unter der Überschrift “Ohne Krimi geht der Kriminaler nie ins Bett” werden im Münchner Lokalteil der Süddeutschen Zeitung heute die Recherchen von Frau Susi Wimmer veröffentlicht. Sie hat drei hochrangige Beamte der Münchner Polizei nach ihre Krimi-Lektüren befragt. Dabei ist — ganz gewiß ohne jede Absprache — folgende Liste herausgekommen: Martin W. Brock: Nachtnebel. Schardt [...]

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Gleich zwei Trittbrettfahrer

wurden in dieser Woche in München und Umgebung festgenommen. Das berichtet heute die Polizeireporterin im Münchner Teil der Süddeutschen Zeitung. Einer davon ist arbeitslos, aber ansonsten ein “unbeschriebenes Blatt”. Ganz nebenbei wird auch berichtet, daß ‘Leon105′ immer noch wegen des nachhaltigen Verdachts auf Störung des öffentlichen Friedens in Haft ist. Doch sind der Worte jetzt [...]

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