Jeden Vormittag um 8 Uhr werden die Festplattenzugriffe aus den Arbeitsprogrammen merklich langsamer: Der Virenscanner hat seine Arbeit aufgenommen und wird sie eine knappe Stunde ausführen. Er hat in den fünf oder sechs Jahren, in denen er mit dieser Art der flächendeckenden Überwachung betraut ist, noch nie einen Übeltäter entdeckt und dingfest gemacht. Das kann mehrere Gründe haben: Gemeinsam mit einem Kollegen aus der Spyware-Branche kontrolliert er ohnehin alle Vorgänge auf dem PC, und gelegentlich verschiebt er einkommende Dateien in die Quarantäne, von wo ich sie ohne weitere Nachprüfung in den Orkus verschiebe (von dem ich nicht einmal weiß, ob er sich außerhalb meiner Festplatte befindet). Es könnte aber auch sein, daß die Überwacher gar nicht so effizient sind, wie sie sich gerieren. Während sie Gutes tun und laut darüber reden, treiben die Übeltäter — hinter ihrem Rücken? durch übersehene Löcher? — ihr Unwesen, ohne Entdeckung fürchten zu müssen. Bemerkt habe ich davon noch nichts. Trotzdem denke ich, statt über Ab-, über Aufrüstung nach. Ich habe auch die Partei von Frau Zypries gewählt.
PS: Den Rationalitätsgrad meiner Sicherheitsveranstaltungen mag man daran ermessen, daß der Virenscan für 8 Uhr terminiert ist, während der ebenfalls täglich Update-Vorgang um 9 Uhr 20 stattfindet. Fällt mir heute erst auf: verstehe, wer will.
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