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Gegen 20 Uhr kommt doch noch eine Ladung: dpr hat Wörtches Leichenberg entdeckt (kein Wunder, er — dpr — ist schließlich bekannt als sehendes Huhn); im ZDF-Info-Kanal erklärt uns Frau Borgemeister “Wie der Kriminalroman zu einer anerkannten Gattung wurde” (daß der Beitrag mit einer Lupe illustriert ist, macht uns nicht unbedingt zuversichtlicher); im Wiener Standard geht es bei Frau Sperl um — : Grisham, Preisendörfer, Zdral und Harrod-Eagles (das ist schon auf den 8.9. datiert). Uups: im ZDF gibt es eine Fortsetzung: “Die Welt der Krimis: Spannend und vielfältig “.

Bei Law & Humanities Blog gibt es den Hinweis auf eine Studie von Federico Varese, Oxford University School of Law:

This article explores the interplay among economic imperatives within the entertainment business, the mafia’s role in the creation of its own media image, and the production of gangster films. Taking Japan as a case study, the paper shows that, when given the chance to influence the content of gangster movies, crime bosses have portrayed themselves as benevolent patriarchs and a positive force in society, rather the anti-heroes of classic American gangster movies. In Japan, such a choice had, however, the unintended consequence of a decline in audience interest and eventually led to the demise of studio yakuza movies. Ultimately, the paper shows that that mafia control over art can lead to the death of art – something that is bad for the mafia, as well.

Man kann sich die Studie herunterladen über SSRN hier .

***

Also von wegen, daß heut’ krimimäßig nix los sei — sieht man einmal davon ab, daß dpr auf WtD ein Steinchen ins Wasser geworfen hat, das Wellen erzeugt, und daß vermutlich nicht nur die Stuttgarter Zeitung Kalteis auf Platz 1 der Bestsellerliste hat (soviel Leser können gar nicht irren, das wußte schon Frau Marlitt, die wir keineswegs verachten), ebd. gibt’s ein Update von Klingenmaiers Steinfest-Rezension .

Auch das Ausland verhält sich still: “With Rebus gone, what next for Ian Rankin? Barry Forshaw meets a literary icon thinking not just of endings – of the Union, for instance – but new starts as well”: The Independent über Ian Ranking. (Und für die einschlägigen Blogs ist eh “Internationale Krimis” zuständig, wo man Letzte kurze Hinweise erhält.)

Das Wintersemester naht, doch es scheint, daß Spezialseminare dünn gesät sind (wobei ich nicht sicher bin, daß ich alle getroffen habe): Französische Krimis des 19. bis 21. Jahrhunderts (Bayreuth), Detektivroman – Gender und Genre (PH Freiburg), Wissen & Geschlecht in Sci-Fi, Horror und Krimi (Oldenburg ). In München gibt es aber Inzest in Literatur und Film und in Kiel wird Albert Meier am 30. Okt. über Dan Browns Da Vinci Code lesen (das gibt’s dann als Live-Stream).

Im auch ansonsten recht sinnfreien Süddeutsche Zeitung Magazin stellt die Antiraucherin Donna Leon ihre Mutter vor: “Sie war eine Frau, der eine Zigarette und ein Drink über alles gingen.” So zeugt es sich fort, das Böse, bis zu Paola Brunetti und ihren garantiert rauch- und alkoholfreien Kindern. (Wobei mir einfällt, daß in Suffer the Little Children, 2007, Paola und Guido zum zweiten Mal beim Vollzug gezeigt werden. Aber mit diesen Hinweisen mache ich mir notorisch wenig Freunde.)

PS: und Herr Patzer weist mich auf seinen Hinweis auf Klingenmaiers Stuttgarter Kurzrezensionen hin. Die Weisung ist mir, na klar, Befehl.

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3 Comments

  1. Erstellt am 07.09.2007 um 21:41 | Permanent-Link

    Ist folgendes Zitat aus dem ZDF-Schmarren nicht der Beweis, dass blinde Hühner mitnichten auch mal ein Korn finden, dafür aber regelmäßig in die Grube fallen, in die ihr Verstand schon vorgeplumpst ist?
    “Als geistige Väter des heutigen Kriminalromans zählen dennoch Edgar Allan Poe und E.T.A. Hoffmann, die ihre Schaffensphase zu Beginn des 19. Jahrhunderts hatten. Sie waren es, die die Gattung etabliert haben und dafür sorgten, dass der Krimi Akzeptanz und Anerkennung fand.”
    Oder mit anderen Worten: Dass Poes Schaffensphase beinahe pränataler Natur gewesen sein muss, ist noch der geringere Schmonzes in obigem Satz.

    ein sehendes Huhn

  2. Erstellt am 07.09.2007 um 22:39 | Permanent-Link

    Grandios finde ich das Bild von AMS neben der Überschrift “Gesichter der Toten”.

  3. admin
    Erstellt am 08.09.2007 um 09:47 | Permanent-Link

    das sehende Huhn, lieber dpr, ist offenkundig richtig angekommen! Grüße

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