Ballmanns Erbe (II, G. M. Oswald)

Georg M. Oswald (2007): Vom Geist der Gesetze. Roman. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt.

(Im ersten Teil: Herbert Rosendorfer (1981): Ballmanns Leiden oder Lehrbuch für Konkursrecht . Roman. München: Nymphenburger.)

Das Verschwinden der Justiz in der Ökonomie der Aufmerksamkeit

Die Justiz, der in Ballmanns Leiden der Spiegel vorgehalten werden soll, erscheint als geschlossenes System, das seine Verwaltung und seine Reproduktion selbst zu organisieren hat. Ihre Deformation ist selbstgemacht, sie ist für äußere Einflüsse unzugänglich, deshalb kann sie durch die literarische Widerspiegelung zur Selbsterkenntnis und zur Selbstreflexion gebracht werden. Widerspiegelung ist insofern nicht Abbildung, sondern Zerr-Spiegelung, mit der die Wahrheit ans Licht gebracht wird, ohne das Objekt zu zerstören.

Von dieser Autonomievorstellung, die den emphatischen Zugriff erst ermöglicht, ist in Oswalds Roman nichts mehr übrig geblieben; der “Geist der Gesetze”, der in der Tradition Montesquieus Justiz und Politik unterscheidet und die Differenz zwischen beiden Bereichen überbrückt, ist in der Ökonomie der Aufmerksamkeit (und damit am Medienmarkt) aufgegangen. Insofern ist es nicht abwegig, sich mit Roman Halfmann an William Gaddis’ A Frolic of His Own (1994) zu erinnern, doch scheint es mir ertragreicher, Ballmanns Leiden als den eigentlichen Referenztext für Oswalds Roman zu lesen. Dazu lädt dieser im übrigen auch dadurch ein, daß er seine Figuren zum Teil wenigstens mit Namen versieht, die schon bei Rosendorfer verwendet werden. Nebeneinander gelesen, repräsentieren die beiden Texte Wandel, oder wenigstens Vorstellungen vom Wandel der gesellschaftlichen Funktionen von Justiz.

Rosendorfers Kurt Zwergfleisch (genannt Burschi) muß seinen Vornamen, den er haßt, weil er unkeltisch und eigentlich kein rechter Name ist, dem Generalsekretär Schellenbaum bei Oswald überlassen, während ebd. Frau Dr. Heckler ihren Vornamen Philomena mit Burschis Mutter gemeinsam hat. Burschi zufolge war seine Mutter verwachsen und so häßlich, daß ihre Brüder, als sie mit dem außerehelichen Kind von Zwergfleisch nach Hause kam, sich über einen Mann wunderten, dem es vor gar nichts zu grausen schien. (Bei Rosendorfer sind diese Namen ‘sprechend’: Kurt geht auf Konrad, den kühnen Rat zurück, und über die merkwürdige Karriere, die die Heilige Philomena im 19. Jahrhundert gemacht hat, kann man sich an zahlreichen Stellen informieren.).

Mit den Namen aus Ballmanns ‘verrückter’ Welt bezeichnet Oswalds Roman die Protagonisten, die dem emphatischen Blick als prototypische Vertreter ihres jeweiligen Bereiches erscheinen müßten, die sich aber als Typen einer auf neue Weise ‘verrückten’ Welt (der Justiz) erweisen werden, in der die alten Unterscheidungen nicht mehr gelten. Entsprechend wird ‘Richter’ nicht mehr als Berufsbezeichnung verwendet, sondern als Name für den Drehbuchautor, der zum Unfallopfer wird und dadurch seine Schreibkrise überwindet: jedenfalls kann er das Drehbuch, das am realen Unfall orientiert ist, verkaufen. Und dieser Drehbuchautor Richter beschreibt an einer Stelle des Textes eine Anti-Wirklichkeit, die in vielen Einzelheiten der Ballmanns entspricht. Der eine wie der andere ist von Berufs wegen damit beschäftigt, Wirklichkeiten medial herzustellen (als Richter, als Autor), beide fühlen sich aber in eine für sie hergestellte, nicht-authentische Wirklichkeit versetzt.

“Keiner hatte eine Wahl, und selbst wenn Richter sich einbildete, eine zu haben, war sie anderswo längst getroffen. Er bewunderte Filme und Bücher, die sich mit diesem Phänomen beschäftigten. Sie schienen ihm eine tiefe Wahrheit zu beinhalten. Das, was wir die Wirklichkeit nannten, alles, was unsere Sinne wahrnehmen konnten und was wir dachten, wie wir uns fühlten und was wir, aus all diesem resultierend, taten, war Teil einer komplexen Inszenierung, der wir folgten wie Schauspieler auf einer Bühne, jedoch mit dem entscheidenden Unterschied, dass Schauspieler auf der Bühne ein Bewusstsein davon haben, ebendies zu sein: Schauspieler auf der Bühne. Wir jedoch wussten nicht, dass wir einem auswendig gelernten Drehbuch folgten, ohne zu bemerken, dass es sich um ein Drehbuch handelte. So abstrakt ausgedrückt, war es schwer zu verstehen, was er sagen wollte. Man musste ein Beispiel nehmen. Etwa seinen Unfall. Es war nicht schwer, sich Gründe dafür auszudenken, die belegten, dass er arrangiert worden war. Nicht von einer einzelnen Person oder von einer Gruppe, sondern von einer Art System, das im Hintergrund wirkte. Möglicherweise war er mehr als nur ein banales, kleines Unglück im Straßenverkehr.” (Oswald: “Geist der Gesetze”, S. 106 f.).

Über die Krisenerfahrungen der Protagonisten stellt sich Fiktionalisierung als das Tertium Comparationis zwischen Literatur und Justiz her. Nur eben: bei Rosendorfer verschwindet der Richter, während bei Oswald die sich Justiz auflöst.

Die Trivialität der Konstruktion und die Dummheit der Figuren

So einfach (und eindeutig), wie er die Bezüge zu Rosendorfers Text herstellt, so trivial erscheint das Muster, nach dem Oswalds Roman gestrickt ist (und auch das erinnert an Rosendorfers Anekdotenmasche). Bei der Lektüre der ersten vier oder fünf Kapitel kann noch den gutmütigsten Leser das Gähnen überkommen: 1: der Junganwalt Spring wartet im Vorzimmer, bis Dr. Heckler ihn zum Bewerbungsgespräch empfängt, das dem Amigo-Netz zu verdanken ist. Das Kapitel endet mit einer Frage. 2: Generalsekretär Schellenbaum schwimmt zwanzig Bahnen und freut sich derweil über den Erfolg bei einer Talkshow am Vorabend. Eine geheime Information bleibt geheim. 3: Drehbuchautor Richter ist verkatert und pleite. Sein Freund hat eine Idee, wie zu Geld zu kommen wäre. Er will sie ihm auf der ‘Hinfahrt’ erklären, doch erst muß ein Auto organisiert werden. Die Idee bleibt ebenfalls geheim. 4: Die Frage aus dem ersten Kapitel wird wiederholt und beantwortet. Spring wird eingestellt und an Frau Dr. Heckler zur Einarbeitung übergeben. 5: Schellenbaum beim Frühstück mit seiner Frau …

Hier ist ein Erzähler am Werk, dessen Weltenbaukunst sich darauf beschränkt, die Mechanik einer Drehbühne zu installieren, mit der er Szenchen für Szenchen am Leser vorbeiziehen läßt, um ihn jeweils mit einem Cliff-Hanger zu quälen, dessen Spannungspotential in jeder Daily Soap übertroffen wird. Aber genau deshalb ist an die Maxime zu erinnern, derzufolge die trivialsten Romankonstruktionen die exaktesten Abbildungen der Welt liefern. Oswalds Roman bewegt sich in der Tat auf dem Niveau der täglichen Gerichts- und Talkshows sowie auf dem der Tabloid-Darstellungen von Verfehlungen, die den Celebrities stets nur deshalb angelastet werden, um sie und sich im Gespräch und in der Aufmerksamkeitsökonomie zu halten. Unter der Überschrift ‘Dürfen die denn alles’ werden täglich die Medienverfahren inszeniert, in denen ‘die’ ihre Prominenz bestätigt erhalten, während das Publikum auf die Unterscheidung festgenagelt wird, die für Prominenz konstitutiv ist. Die Justiz verkommt in diesem Mechanismus zur Lieferantin von Kulissen und Staffagepersonal. Daß dabei auch einmal ein Großkopferter zu einer saftigen Geldstrafe verdonnert wird, gehört zum Spiel – und ist im Text allein schon dadurch als märchenhaft charakterisiert, daß dem Generalsekretär für die Geldstrafe ein Tagessatz von 1000 Euro berechnet wird. Das ist genau die runde Summe, die RA Dr. Heckler als Stundensatz berechnet und ergäbe für Schellenbaum ein grandioses verfügbares Jahreseinkommen (also nach Steuern und nach Unterhaltsverpflichtungen) von 365.000 Euro, nach dem sich jeder reale Generalsekretär die Finger lecken müßte.

Die Trivialität der Konstruktion folgt aus der Abbildungsperspektive; der Blick des Textes richtet sich nicht auf Wirklichkeit an sich, sondern auf die Medienwirklichkeit. Oswalds Text ist insofern informiert von Luhmanns Theorie der Massenmedien und liefert dessen Paradoxa: Wir beziehen unser Wissen über die Welt aus den Massenmedien, obwohl wir die Bedingungen kennen, unter denen die Massenmedien Wirklichkeiten herstellen und deshalb stets den Manipulationsverdacht mitlaufen lassen, der uns als Beobachter der Beobachtung ausweist.

Die triviale Textur liefert die Folie, vor der sich die bodenlose Dummheit der Figuren verrät. Und gleichzeitig ist die Dummheit der Figuren Verrat am trivialliterarischen Lesemodell, das auf dem freiwilligen und fröhlichen Glauben an die Abbildung beruht: nicht der Text ist zynisch, sondern die Verhältnisse sind es. Genau dieser Zusammenhang wird in Frage gestellt, indem die Verhältnisse sich immer schon als Produkt zynischer Texte (Medienprodukte) ausweist. Diejenigen, die wie Heckler und Schellenbaum, sich als Drahtzieher sehen, fallen auf das eigene Medienbild herein und versagen in einfach-alltäglichen Konfliktsituationen. Nur deshalb kann sich der Unfall zum Skandal auswachsen, während jeder alltagsvernünftige Mensch die Situation an Ort und Stelle bereinigt hätte. Statt dessen müssen Heckler und Schellenbaum ihre Abhängigkeit noch bestätigen, indem sie sich erst vom Ministerpräsidenten von ihren Justizspielchen abbringen lassen.

Produktion und Rezeption

Es ist keineswegs überraschend, daß Oswalds Roman über die Re-Kombination von Justiz, Politik und Medien die Herstellung von Wirklichkeiten thematisiert, und zwar nicht am Beispiel des Drehbuchschreibens (von Richters Elaborat ist im Text kein Zitat zu finden), sondern am Beispiel des produzierenden (Philomena) und rezipierenden (Ludwig) Juristenehepaares Heckler. Philomena wird dabei nicht mit einem juristischen, sondern mit einem Text der populären Literaturproduktion ins reflexive Spiel gebracht – als Autorin eines Tagebuches, in dem sie sich als Herrin über den Text zur Weltenbaumeisterin imaginieren kann:

“Alle diese Männer hatten in mehr oder weniger glücklichen Ehen und in geordneten Verhältnissen gelebt. Sie trafen auf Philomena, und Ehedramen, Zerwürfnisse, Zusammenbrüche waren die Folge. Sie saß auf dem Bett ihres Mädchenzimmers, schrieb, was geschah, in ihr Tagebuch und fühlte sich wie ein Feldherr, der auf einem Hügel steht, ergriffen von der Gewalt der Schlacht zu seinen Füßen” (S. 81 f.)

Dem eigenen Text gegenüber die Position der “willing suspension of disbelief” einzunehmen und ihn in den Status der relevanten Wirklichkeit zu heben, das scheint eine erfolgsversprechende Vorbereitung auf den Anwaltsberuf zu sein, in dem Ludwig Heckler ein Rezeptionsmodell vertritt, das den ‘Fiktionsvertrag’ zur eigentlichen Verbindung zwischen Literatur und Justiz macht: Heckler hört sich die fiktionale Unfallgeschichte seines Mandanten Schellenbaum an und wird, je öfter der sie bekräftigt, um so mißtrauischer. Aber das spielt für die Dauer des Mandats für ihn keine Rolle. In dieser Zeit wird die Glaubwürdigkeit des Mandanten unterstellt, die Lügengeschichte gilt als wahr, und allein dies ist für die Verteidigungsstrategie von Belang. Wenn sich der Mandant mit seinen Lügen am Ende selbst in Schwierigkeiten bringt, dann ist dies für den Anwalt ohne Belang.

Die Anwaltsrolle beruht auf dem Rezeptionsmodell des ‘Fiktionsvertrages’ (Eco): Anwalt und Leser verhalten sich analog so, als wäre das, was Mandant resp. Text sagen, ‘wirklich geschehen’. Sie unterstellen beide Abbildungsfähigkeit und Abbildungsfunktion der Texte. Trivialität entsteht und Dummheit wird offenkundig, wenn diese Unterstellung ihrerseits nicht mehr reflektiert werden kann – wenn sich der Unterstellende als solcher nicht selbst beobachtet. Auf den Text als Justizroman bezogen heißt dies: Die Justiz verschwindet in dem Moment und wird zum Teil des Medienmarktes, in dem sie es unterläßt, sich selbst als Medium (der Konstruktion von Wirklichkeiten) zu reflektieren. Darin offenbart sich dann die Dummheit der Justiz, für die der Text ein weiteres Beispiel präsentiert:

Oberstaatsanwalt Gero Wolf bringt Montesquieu vom Titel in den Text. Er hatte als einziger seiner Prüfungsgruppe im Staatsexamen die Frage nach dem “Geist der Gesetze” beantworten können und sich über die Dauer seiner Karriere den emphatischen Blick auf die eigene Berufstätigkeit und die Justiz bewahrt: “Das brachte ihm eine gute Note ein. [...] Er wollte Staatsanwalt werden, stellte sich diese Tätigkeit menschenfreundlich vor. Ein Maschinenwärter der Gesetze wollte er sein, der nichts weiter tat, als ihr fehlerfreies Funktionieren im Namen des Staates zu überwachen” (S. 243 f.). Während des Studiums nix verstanden und in der Berufsausübung kaum etwas dazugelernt: daß Wolf scheitern muß, versteht sich. Seine Ermittlungen produzieren die “wenigen und unzusammenhängenden Einzelheiten” im “Fall Einz”, mit denen in der Öffentlichkeit die Vorstellungen genährt werden, die der Medienmarkt braucht: “es existiere ein gewöhnlichen Sterblichen nicht zugängliches Reich der Schatten, in dem auf nicht zu erahnende Weise die Geschicke der Welt gelenkt würden. Zwar nicht von einem Wesen, das alle Macht auf sich vereinte, sondern von unzähligen, die miteinander rangen, sich auch bekämpften und bekriegten, doch zuletzt immer verstanden, die Sachen unter sich auszumachen in einer Sphäre, deren bloße Existenz einem so diesseitigen Geschöpf wie einem Staatsbürger auf ewig rätselhaft bleiben musste.” (S. 133).

Das Medium der Unterschichten

“Der Auftritt seiner Familie – Vater, Mutter, Sohn, in Jogginghosen und sprachlos dumpfer Eintracht – gehört zu den absurden und tragischen Höhepunkten des Romans. Hier wird die gesellschaftliche Kluft, von der Oswald erzählt, so deutlich wie nie. Kein böser Wille steckt dahinter, nur ein unterschiedliches Zeichensystem, dass Richter und Zeuge sich kaum verständigen können. Da wird gemaßregelt, gedroht und gelockt. Bis der Junge endlich ausspuckt, was er soll. Schellenbaum dagegen hält vor Gericht eine eloquente Rede, die ihn gut dastehen lässt, obwohl seine Schuld bewiesen ist. Kein Wort der Reue, kein Eingeständnis, nichts”.

Meike Fessmann im Tagesspiegel: Sie verkennt, daß der Junge nicht etwa ausspuckt, weil gedroht wird, sondern daß die Lockung ganz handfest ist, auch wenn die 500 Euro, die der verletzte Drehbuchautor für die Aussage bezahlt, in keinem Verhältnis zum märchenhaften Verdienst des Generalsekretärs steht. Die Familie Drohm versteht offenkundig mehr vom “Geist der Gesetze” als alle in dessen Namen Auftretende und als die Rezensentin sowieso. Es geht genau nicht um unterschiedliche Zeichensysteme, sondern um ein einziges: um das Geld, um das Bare, das auch noch für die Wahrheit vor Gericht auf den Tisch zu legen ist. Die Familie Drohm ist immun gegen Drohungen, sie verweigert ihre Mitwirkung, zu der sie zwar gesetzlich verpflichtet ist, die aber, mindestens hinsichtlich der Wahrheit der Aussage, auf keinen Fall erzwungen werden kann. Erst als das Geld auf dem Tisch liegt, ist sie zur Mitwirkung bereit, die Aussage wird zur Handelsware, kurzfristige Prominenz ein Kollateraleffekt. Diese Verständigung kann kein Justizjurist herbeiführen, sondern der Drehbuchautor mit dem Namen Richter, der seinerseits eine Bestechung von 15.000 Euro ablehnt, aber seinen Fall als Drehbuch durchsetzen kann. Deutlicher – und unsatirischer – kann die Marginalisierung der Justiz nicht zum Ausdruck gebracht werden.

“Bist du rechtsschutzversichert?” (S. 96): das dürfte in der Tat die Frage sein, die unsereins schon beim Betreten einer Rechtsanwaltskanzlei zu hören bekommt, wenn er anwaltlichen Rat sucht, weil die gegnerische KFZ-Versicherung die Mitschuld an einem Auffahrunfall mit fünzig Prozent bewertet (ich mußte seinerzeit mit ‘Nein’ antworten, worauf mir die Bemerkung wurde: “Dann müssen wir ja gewinnen” – und immerhin zahlte die Versicherung am Ende fünfundsiebzig Prozent plus Anwaltskosten). Es sind ja keineswegs die großen Strafverfahren, die das Hauptgeschäft der Justiz ausmachen; hinter den öffentlichkeitswirksamen Mord- und Kannibalen- und Kinderschänderverfahren wird Wirklichkeit entsagungsvoller kleingearbeitet, justizförmig gemacht in Zivil- und Verwaltungsverfahren sowie in den Prozessen vor den Einzelrichtern des Amtsgerichte, in denen beispielsweise der alltägliche Irrsin der Automobilität abgearbeitet werden muß. (Es ist im übrigen bemerkenswert, daß die deutschen Gerichtsshows seinerzeit noch vom ZDF und auch von SAT1 mit dieser Art von Alltagsjustiz eingeführt wurden, aber in diesem Format schnell wieder verschwunden sind – ZDF – oder sich die kapitalen Fälle von Gewaltkriminalität anverwandelt haben, die jetzt sowohl in SAT1 als auch in RTL alltäglich in netto 35 bis 40 Minuten ‘gelöst’ werden. Und was die Serien wie “Liebling Kreuzberg” oder jetzt “Der Dicke” angeht: Sie setzen auf die Figuren der Kleine-Leute-Anwälte und auf den ‘Vorschein’ einer Justiz, die ‘gut und richtig’ ist, weil sie unabhängig scheint von der Ressource Geld.)

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