Ripperology (XII)

“Serial Killers in einer Textsammlung zu vereinen erscheint auf den ersten Blick abgeschmackt und unmoralisch. Und doch wird über kaum etwas mit dieser spezifischen Mischung aus Abscheu und Faszination, Groteske und objektiver Sachlichkeit so gerne und so viel geschrieben. Dabei ist von Menschen die Rede, die sich scheinbar mühelos über die Gesetze von Recht und Moral hinweggesetzt haben und auch weiterhin hinwegsetzen, für die das Regelwerk der Gemeinschaft keine Bedeutung hat. Wo aber viel geschrieben wird, sind Widersprüche nicht auszuschließen. Erstaunlich ist, daß es auch in der Wissenschaft über die wesentlichen Definitionen und Fragen keine Einigung gibt: Wann tritt dieser Mörder auf? Gibt es ein Persönlichkeitsprofil? Wieviel Morde ergeben eine Serie? Sind Serienmörder Lustmörder? Wie ist zwischen Massenmördern und Serienmördern zu unterscheiden? Einig sind sich die meisten »Statistiker« darin, daß es sich um eine exklusiv männliche Domäne handelt. Als ein Urvater der Serial Killers gilt der Prostituiertenmörder Jack the Ripper …”

Aus dem Nachwort der Blütenlese, die Annette Keck und Ralph J. Poole herausgegeben haben: Serial Killers. Das Buch der blutigen Taten. (Reclam Bibliothek 1596) Leipzig: Reclam 1997. (Ist leider nur noch antiquarisch zu erhalten.)

Das wichtigste ist selbstverständlich das Quellenverzeichnis für die folgenden Textausschnitte:

Ludwig Tieck: Moralität. Thomas De Quincey: Der Leser lernt einen Mann von krankhafter Tugend kennen. Oscar Wilde: Stift, Gift, Schrift. Bertolt Brecht: Auf den Tod eines Verbrechers. Franz Blei: Thomas Griffith Wainewright. Jean Genet: Notre-Dame-des-Fleurs. Jorge Luis Borges: Der Tod und der Kompaß. Adolf Muschg: Erziehungsroman eines Vampirs. Bram Stoker: Draculas Telegramm. Fritz Haarmann: »früher habe ich nur …«. Theodor Lessing: Der Haarmann-Prozeß. Erich Weinert: Haarmann. Alfred Döblin: Das Leben Jacks, des Bauchaufschlitzers. Ein Massenmörder spielt mit einer Stadt. Alfred Döblin: Warte, warte nur ein Weilchen. Albert Fish: Brief an Mrs. Budd. David Berkowitz: Ich grüße Euch aus den Ritzen. Benny Hill Show: Für Dich, Liebes! James Baldwin: Das Gesicht der Macht bleibt weiß . . James Ellroy: Stiller Schrecken. Serial Killers im Internet. E.T.A. Hoffmann: Vampirismus. Charles Baudelaire: Le Vampire. Joseph Sheridan Le Fanu: Carmilla, der weibliche Vampir. Julius Neuss: Vampir. Rainer Werner Fassbinder/Harry Baer: Werwolf. Peter O. Chotjewitz: Der Ghoul von der Via del’Oca. William T. Vollmann: Poes Grab. Frank Wedekind: Die Büchse der Pandora. Franz Blei: Gilles de Rais. Georg Trakl: Blaubart. Ein Puppenspiel. Heimito von Doderer: Eine Person von Porzellan. Thomas Harris: Roter Drache. Christoph Meckel: Die Vampire. Don Davis: Jeffrey Dahmer. Frank Goyke: Knaben Liebe. Homer: Odysseus’ Heimkehr. Charles Perrault: Der Blaubart. Jean Paul: Von der Verarbeitung der menschlichen Haut. Gustave Flaubert: Die Legende von Sankt Julian dem Gastfreien. Joris-Karl Huysmans: Tief unten. Robert Musil: Moosbruggers Auflösung und Aufbewahrung. Dennis Cooper: Eine Schar. Caleb Carr: Die Einkreisung.

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