aus kanonisierten und nicht-so-kanonisierten Texten der deutschen Kriminalliteratur (schnell und zufällig zusammengesucht):
1776: “Hortensia ward schwermüthig, und Renatchen soll nach der Zeit die Religion verändert haben, und in ein Kloster gegangen sein” (Lenz).
1786: “‘Ich bin der Sonnenwirt’” (Schiller).
1810: “Vom Kohlhaas aber haben noch im vergangenen Jahrhundert, im Mecklenburgischen, einige frohe und rüstige Nachkommen gelebt” (Kleist).
1810: “Als man dem Papst dies meldete, befahl er, ihn ohne Absolution hinzurichten; kein Priester begleitete ihn, man knüpfte ihn, ganz in der Stille, auf dem Platz del popolo auf” (Kleist).
1818: “Die Rinde aber hatte diese in den langen Jahren herausgewachsen, daß man ihre Form und Gestalt nicht mehr erkennen konnte” (Haxthausen).
1820: “Das übrige fiel dem Schatz der Kirche zu St. Eustache anheim” (E. T. A. Hoffmann).
1820: “Der Maquis de la Pivardiere nahm wieder Kriegsdienste und fand bald in einem Gefecht mit Schleichhändlern seinen Tot” (E. T. A. Hoffmann).
1828: “Müllner” (Müllner).1
1834: “Auch mit Erkundigungen anderwärts sind wir nicht glücklicher gewesen” (Mörike).
um 1840: “Längst ist das Gemäuer nun von der Erde verschwunden, und die Wildnis, die damals noch öd und traurig, mit niedrigem Gesträuche bewachen war, hat sich in blühende Gärten verwandel, aus denen da und dort freundliche Gartenhäuser blinken” (H. Kurz).
1840: “Der Wagen rollte fort zum Hafen, und bald schied sie der Ozean von dem Vaterlande, in dem sie so Herbes erduldet hatte” (Puttkammer).
1842: “Wenn du dich diesem Orte nahest, so wird es dir ergehen, wie du mir getan hast” (Droste-Hülshoff).
1847: “Nein, Lieber, müßt’ ich Maryhall verlassen, baut’ ich mir ein neues, auf irgend einer unbewohnten Insel des stillen Meere” (Zschokke).
1852: “Es war kein letzter Seufzer des Mohrenkönigs, als er sein ‘Wehe mir, Alhama!’ auf dem Berge sang, von dem er zum letzten Mal sein geliebtes Granada sah” (Alexis).
1855: “‘Dem Himmel zu!’ antwortete er mit der hellen Kommandostimme, die bei so manchem Einbruch erschollen war” (H. Kurz).
1855: “Und sie sind glücklich” (Holtei).
1856: “Auf der weißübertünchten Mauer stand in dicken, festen Zügen, mit einem in Blut getauchten Finger geschrieben: Vulnerant omnes, ultima necat” (Holtei).
1856: “Sie lebte ihrem Sohne, den sie zur Freude der Welt erzog und der durch edle Handlungen die Vergehen seines Vaters sühnte, ohne daß er je erfuhr, wer sein Vater gewesen, ohne daß die Welt es je erfuhr, daß Zahlheim’s Sohn es sei, der in Wien als ein Muster aller Tugenden glänzte” (Bäuerle).
1859: “Ist Volkesstimme immer Gottesstimme?” (Temme)
1868: “Beide seien sehr heiter, sehr glücklich gewesen: Lucy haben den Kopf an Welden’s Schultern gelehnt und ihm etwas zugeflüsterg — gewiß kein Geheimniß der Stadt, vielleicht aber das Geheimniß eines seligen Herzens” (Hackländer).
1876: “Er soll mir hier heran, und zwar mit Rat und mit Tat” (Raabe).
1883: “Anna beugte sich nieder zu ihm, keines Wortes mächtig, sank sie in seine Arme” (Streckfuß).
1885: “‘Es ist nichts so fein gesponnen, ‘s kommt doch alles an die Sonnen’” (Fontane).
1886: “O liebster Papa, sagte die Tochter, indem sie sich erröthend aus Rüdiger’s Armen losmachte und an die Brust ihres Vaters warf — dein sprödes Kind ist nicht mehr vorhanden; du hast nur noch ein glückliches Kind” (Heyse).
1887: “Ob eine solche Buße nötig, ob es die rechte war, darüber mag ein jeder nach seinem Innern urteilen; daß mein Freund ein ernster und ein rechter Mann gewesen ist, daran wird niemand zweifeln” (Storm).
1887: “Noch bei der Einlieferung hielt er das braune Mützchen in Händen und bewachte es mit eifersüchtiger Sorgfalt und Zärtlichkeit” (Hauptmann).
1891: “Und Bilder anderer Tage standen auf einen Augenblick wieder vor Geraldinens Seele” (Fontane).
1891: “‘Vader, wat hebt gij uns mitgebracht uit het Vaderland, aus dem Deutschland?’” (Raabe).
1904: “Ich wollte nur die Begebenheiten berichten, wie sie im Heimatsort der Witwe Hermann berichet werden …” (David).
1913: “Eine ewige Musik stieg von unten herauf, und sein sterbendes Herz tat sich auf, zitternd in einer unermeßlichen Seligkeit” (Heym).
- Ohne Zweifel kann man Müllner als den Erfinder der Kurzbiographien ansehen, mit denen heutigentags Krimis auf die speziellen Kompetenzen der Autoren hinweisen: “N. N. ist im Hauptberuf Kriminalhauptkommissar”. [↩]
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