REPRÄSENTATION VON KRIMINALITÄT UND ÖFFENTLICHER SICHERHEIT. Bilder, Vorstellungen und Diskurse vom 16. bis zum 20. Jahrhundert. Herausgegeben von Karl Härter, Gerhard Sälter und Eva Wiebel. Frankfurt/M.: Klostermann 2010 (ausgeliefert 2009). Klostermanns Webpräsenz scheint mir nicht allzu nutzerfreundlich zu sein, aber man kann sich immerhin die “Neuerscheinungen und Neuauflagen Herbst/Winter 2009/10″ als PDF herunterladen, auf S. 30 wird der Band vorgestellt.
Ich habe aber die Einleitung vor mir liegen und zitiere:
Insgesamt enthält der Band überwiegend Beiträge jüngerer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die auf der Basis neuerer, aktueller Forschungen und aus unterschiedlichen disziplinären Perspektiven – allgemeine Geschichte, Rechtsgeschichte und Rechtswissenschaft, Literatur- und Medienwissenschaft – bildlichen und sprachlichen Repräsentationen von Verbrechen, Sicherheit und Strafe nachgehen. Zur Diskussion steht nicht der Vergleich zwischen
Inszenierung und Wirklichkeit oder die Klärung des Wahrheitsgehalts oder der Angemessenheit einer Repräsentation. Wissen über Kriminalität, Strafverfolgung und Sicherheitsbedrohungen ist immer (auch) ein medial vermitteltes. Selbst wer über unmittelbare Erfahrungen berichten will, kommt nicht umhin, sich auf Narrationsschemata der Massenmedien zu beziehen. Die immer wieder vorgebrachten Vorwürfe, Kriminalität werde in den Medien in
verzerrender, instrumentalisierender, stereotyper und Stereotypen bestätigender Weise dargestellt, werden obsolet, wenn Kriminalitäts- und Sicherheitsdiskurse als Ordnungsdiskurse verstanden werden, in denen sich Gesellschaften über ihre Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verständigen und in denen Konzeptionen von gut und böse, gesund und krank, richtig und falsch verhandelt werden.
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