Popular Criminology (II): The Radio Soap

“Tödliche Gewalt an einer Berufsschule in Ludwigshafen – und Deutschland erinnert sich an die Gewalttaten in Winnenden oder Ansbach im vergangenen Jahr. Nimmt die Gewalt grundsätzlich zu?” (BR 2, 19.2.2010, mit Achim Bogdahn; Gast: Dr. Jens Hoffmann, zur Website, zum Podcast).

Doch, doch: die Frage nach der Bezeichnung wurde schon gestellt — warum wird ein einzelner Tötungssachverhalt (der nach allem, was man bis dahin in Erfahrung bringen konnte, auch so intendiert war) in die Amok-Reihe gestellt? Man erinnert sich nicht, man wird erinnert (das Medium als Memory). Anstatt derartig zu reflektieren (duchaus auch im Licht des ‘Werther-Effekts’), erweiterte der Experte einfach den Horizont seiner Expertise. Doch ganz am Ende kam ein Hörer zu Wort, der sich als Experte in Tierpflege zu erkennen gab und menschlichen Verstand zeigte: Man könne Tiere und Menschen nur bis zu einer gewissen Grenze quälen, jenseits derer sie sich zur Wehr setzen würden. Das gefiel dann weder dem Experten noch dem Moderator.

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