Missbrauch, Perversion, eine fehlgeleitete Pädagogik – das sind die Themen der Stunde. Verbietet sich jetzt die angeregte Nachgiebigkeit, mit der wir der “Lust am Kind” in der Kunst jahrzehntelang begegnet sind?
Es war einmal ein zwölfjähriges Mädchen und sein Stiefvater. Dessen anrüchiges Begehren beschreibt Nabokovs Roman “Lolita”. Es war einmal ein alter Mann und ein schöner Knabe: Den verbotenen Eros zeigt Thomas Mann in seiner Novelle “Der Tod in Venedig”. Es war einmal ein 15-jähriger Junge und seine alternde Liebhaberin: Die sexuelle Initiation stellt Bernhard Schlink im Roman “Der Vorleser” dar. Diese Weltliteratur fasziniert uns, weil sie sich an den Grenzen der Moral bewegt. Die Literatur wird im Angesicht der aktuellen Missbrauchsdebatte von eben jener Moral wieder eingeholt.
3Sat/Kulturzeit bewirbt sich auf Bischof Mixas Kanzelstelle. Aber Achtung: der Weg könnte über Schrobenhausen führen.
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