Lesen im ‘Dritten Reich’

Christian Adam: Lesen unter Hitler. Autoren, Bestseller, Leser im Dritten Reich. Berlin: Galiani (Kiepenheuer & Witsch) 2010. Wenn man sich die Verlagsanzeige anschaut (dafür kann der Autor nix), dann hält sich der Neuigkeitswert in Grenzen: “Zahlreiche Autoren erreichten mit ihren Werken riesige Auflagen. Die meisten sind – zu Recht – heute vergessen. Viele aber waren auch in den fünfziger Jahren noch Publikumslieblinge. Manche liest man noch heute”. Immerhin gibt’s auch einen Link zur Rezension in der FAZ, die unter dem wirklich bescheuerten Titel “Als der Krieg um die Leser tobte” daherkommt (aber dafür kann die Autorin vermutlich auch nix).

Ich habe das Buch eben über die Fernleihe bestellt, denn, liebe Frau Kiepenheuer & lieber Herr Witsch, ich will es mir nicht mehr leisten, Bücher auf Verdacht zu bestellen und zu bezahlen. Wenn es also weder eine Google-, noch eine Libreka-Vorschau gibt, dann falle ich als zahlender Kunde prinzipiell aus. Das nur nebenbei.

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2 Kommentare

  1. wolfgang Hörner
    Erstellt am 01.09.2010 um 08:55 | Permanent-Link

    Herr Linder scheint wohl begrenzte geistige Aufnahmekapazitäten zu haben, wenn er den Neuigkeitswert des Buches aus dem Verlagstext nicht herauslesen kann (auch für Herrn Linders begrenzte Kapazität kann der Autor nichts). Da steht nämlich, dass dies die erste und einzige Studie zu dem Thema ist, d.h. ALLES ist neu …
    Aber dass er sich dafür interessiert, ehrt ihn und gibt Anlass zur Hoffnung.
    Möge die Lektüre ihn bilden.

  2. JL
    Erstellt am 01.09.2010 um 09:56 | Permanent-Link

    Sehr geehrter Herr Hörner,

    wenn wir schon über begrenzte Aufnahmekapazitäten reden, dann müssen Sie mir auch Zweifel daran erlauben, daß in einer einzigen Studie “ALLES” neu sein soll — das wäre in der Tat das erste Mal. Und just die Feststellung in der Verlagsanzeige, daß Autorinnen und Autoren an Erfolge, die sie während der Zeit des ‘Dritten Reiches’ hatten, in der Nachkriegszeit anknüpfen konnten, bringt mir nichts neues. Vgl. nur meinen Hinweis auf Johanna Haarers Mütter-Ratgeber und die Studie von Sigrid Chamberlain auf diesem Blog. Das findet man auch häufig im Bereich der Kriminalliteratur — und dazu gibt es auch eine Reihe von Studien.

    Aber Sie haben, was Ihren Bildungswunsch angeht, selbstverständlich recht.

    In diese Sinne: Ihr Joachim Linder

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