Franziska Lamott (Hg.): Sex Crime Art. Erkundungen im Grenzbereich. Edition das Narrenschiff im Psychiatrie-Verlag, Bonn 2010.
Verlagsanzeige: “Dieses Buch beschäftigt sich mit dem spannungsgeladenen und vielschichtigen Verhältnis zwischen Kunst und Verbrechen, Fiktion und Realität. Die Beiträge der Autorinnen und Autoren erkunden die Übergänge zwischen Fantasie und Wirklichkeit, zwischen Wort und Tat.
Die Inszenierung von Gewalt in Fotografie, Film, Malerei, Körperperformance und Literatur kann über die Ästhetisierung von Grenzüberschreitungen die Aufmerksamkeit auf bestehende Unterdrückungsverhältnisse lenken, während die reale Gewalt nur die krude Umsetzung von Machtphantasien darstellt, die den anderen Menschen negiert, unterdrückt oder gar auslöscht”. (Inhalt und Prolog als PDF.)
Siehe auch Artheon: “Uwe Dönisch-Seidel [beschreibt] eine Kunstaktion von Joseph Beuys in den USA, die die Ergreifung und Tötung von John Dillinger, einem modernen Robin Hood, zum Gegenstand hatte. Franziska Lamott sieht Valie Exports Straßenaktion von 1968 mit Peter Weibel an der Hundekette in der Wiener Innenstadt in Abu Ghraib reinszeniert: Dort führt eine Frau einen nackten Gefangenen an der Leine. Fernando Boteros Folterbilder aus Abu Ghraib von 2006 konnten zwar im Museum Würth in Künzelsau, aber nicht in den USA gezeigt werden. „Die Gefangenen in Frauenunterwäsche, gedemütigt, entehrt, gefesselt und ohnmächtig sind keine mittelalterliche Alpträume … sondern Boteros künstlerische ‚Vision der Hölle auf Erden’ …“ (Franziska Lamott). Maria Isabel Fontao und Thomas Ross gehen dem Genre ‚Kinder, die in Filmen Verbrechen begehen’ nach. Offenkundig erzeugt die Wahrnehmung unschuldiger Kinder und ihrer unheimlicher Taten bei den Zuschauern Unbehagen und Angst. Genau dieses macht den Gruseleffekt aus. Weitere Texte beschäftigen sich mit Sexualdelikten im Spiegel der Lyrik und der kurz nach der Niederschlagung der Pariser Kommune 1871 entstandenen Oper ‚Carmen’”.

Franziska Lamott (Hg.): Sex Crime Art
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