Der Maurer Matthias E., 27, hat gestanden, den Landwirt Rudolf R. erschlagen zu haben, danach habe er die Leiche zerstückelt und Teile davon an die Hofhunde verfüttert. Andrea und Manuela R., die Töchter des Bauern, haben das bestätigt: Sie hätten gesehen, wie Matthias E. ihren Vater mit dem Hammer erschlagen habe und wie die Hunde die Leichenteile gefressen hätten.
Und nichts davon ist wahr. Trotzdem kam das Wiederaufnahmeverfahren, aus dem Hans Holzhaider jetzt in der SZ berichtet, nur schwer in Gang, nachdem man die Leiche des angeblich zerhämmerten, zerstückelten und verfütterten Landwirts fand. Sie wies kein Zeichen auf, das die Geschichte bestätigt hätte, die sich Staatsanwalt und Polizeibeamte mit den Verdächtigten zusammen so ausgedacht hatten, daß auch die Gerichte im ursprünglichen Verfahren an ihr festhielten, obwohl mittlerweile alle Angeklagten ihre Geständnisse widerrufen hatten.
Man sollte die Zeit und das Geld haben, um genauer hinsehen zu können. Man müßte jetzt den Zugang zu den Akten, zur Berichterstattung und zu allen Beteiligten finden, um diese auch nach ihren Mediengewohnheiten zu befragen. Denn schon beim ersten Hinsehen fällt auf, daß da ein Vatermord aus der Via-Mala-Knittel-Schwarzmühle-Feuerbach-Tradition in den Kulissen spukt. Und das ist vermutlich bei weitem nicht alles.
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