Google Ngram liefert selbstverständlich nur Anhaltspunkte für das Vorkommen von “Hochstapler” (blau), “Hochstaplerin” (rot) und “Impostor” in deutschsprachigen Druckwerken zwischen 1800 und 1900 (s. vollständige Anzeige im Ngram-Viewer).
Auffällig, aber leicht erklärlich ist, daß die Hochstaplerin vor ihrem männlichen Pendant erscheint: 1842 sah Berlin den Fall der Sophie Menges, über den das Morgenblatt 1842 und der Neue Pitaval im Band 13 (= 1 Thl. NF) von 1848 berichteten. Die stark ansteigende Belegdichte für “Hochstapler” seit den 1860er Jahren stimmt mit den Belegen (für den ‘modernen’ Sprachgebrauch) im Online-Grimm überein, die nicht zufällig aus Druckwerken stammen, in denen ‘Polizeiberichterstattung’ mit den herkömmlichen Fallgeschichten konkurriert (und auch Teil der polizeilichen Öffentlichkeitsarbeit wird, die sich fünfzig Jahre nach Kleist endgültig durchsetzt).
Auf den “Impostor” bringt mich Alexis, der den Begriff mit Blick auf die Kritik an seinen Scott-Mystifikationen verwendet (Drei Blätter …, Penelope 1839), aber auch in der Novelle “Acerbi” (1829) und in der Martin-Guerre-Darstellung im ersten Band des Neuen Pitaval von 1842. Er übernimmt ihn offensichtlich aus der englischen Literatur (“First known use” lt. Merriam-Webste: 1564) und konnte sich über die Verwendung nicht zuletzt bei Walter Scott kundig machen, womit sich der Kreis schließt. (Übrigens taucht der Begriff, wenn ich denn recht gelesen habe, im Falschen Woldemar von 1842 nicht auf , in Ruhe ist die erste Bürgerpflicht tritt an seine Stelle z. B. der Plagiarius Fuchsius — der mit fremden Federn geschmückte Autor, s.o., der aus dem Ministerialdienst entfernt wird, dem aber als Kriminalrat eine krisensichere Existenz zugewiesen wird.)
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