In der TAZ gibt es ein Interview mit “Josef Wilfling, Ex-Leiter der Münchner Mordkommission”, das indirekt und ebd. in einer “Wortkunde”-Kolumne von Christian Semler kommentiert wird, für die ich im Augenblick keinen Link finden kann (“Es wurde suggeriert, bei der Herstellung und dem Verkauf von Döner hätten verbrecherische Organisationen die Hand im Spiel …”).
Selbstverständlich polemisiert Wilfling gegen Politker, “die jetzt am meisten das Maul aufreißen, sich wichtigmachen und von Versäumnissen reden. Die sollten drüber nachdenken, dass sie es sind, die den Informationsfluss unterbinden”, doch er läßt auch einen Blick auf seine Reflexionsfähigkeit zu: “man hält sich eben an die Fakten, und die Ermittlungen haben zunächst deutliche Hinweise auf ein organisiertes Verbrechen gegeben”.
So ist das halt mit den “Fakten”: Sie liegen nicht einfach am Tatort rum, sie haben keine Griffe, an die man sich halten könnte, sie brauchen aber für ihre Faktizität einen Rahmen. Und wenn der schon ein Produkt von Selbstsuggestion ist, dann, s. o., wird der Ermittler zum Stolperer im ‘Wald der Fiktionen’ und sein Hinweis auf “deutliche Hinweise” kann nur bestätigen, daß er sich von genau den Vorurteilen leiten ließ, die schon zum Branding “Döner-Morde” und “Soko Bosporus” geführt hatten.
Verwandte Artikel: