Kategorien-Archiv: Literaturgeschichte

“Das Böse” …

“… ist für die Literatur seit der Romantik ein Objekt der offenen Anziehung und lustvoll inszenierten Sympathie. Peter-André Alt erschließt in seinem Werk die Geheimnisse einer unmoralischen Literatur, die das Böse als ästhetisches Phänomen jenseits aller Werte sichtbar werden lässt. Erzählt wird auf diese Weise eine andere Geschichte des Schönen, von der Nachtseite der europäischen [...]
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Lesen im ‘Dritten Reich’

Christian Adam: Lesen unter Hitler. Autoren, Bestseller, Leser im Dritten Reich. Berlin: Galiani (Kiepenheuer & Witsch) 2010. Wenn man sich die Verlagsanzeige anschaut (dafür kann der Autor nix), dann hält sich der Neuigkeitswert in Grenzen: “Zahlreiche Autoren erreichten mit ihren Werken riesige Auflagen. Die meisten sind – zu Recht – heute vergessen. Viele aber waren [...]
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Wilhelm von Humboldt und die Kriminalliteratur

Das Maas [der Strafe] auch nur in sehr weiten Grenzen vorzuschreiben, nur zu bestimmen, über welchen Grad hinaus dieselbe nie steigen dürfe, halte ich in einem allgemeinen, schlechterdings auf gar keine Lokalverhältnisse bezogenen Raisonnement für unmöglich. Die Strafen müssen Übel sein, welche die Verbrecher zurückschrecken. Nun aber sind die Grade, wie die Verschiedenheiten des physischen [...]
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Schuld und Sühne (Forschung)

GOES, Gudrun (Hrsg.): Die Geschichte eines Verbrechens… Über den Mord in der Romanwelt Dostojewskijs. Jahrbuch 2009. München – Berlin, 2010. ISBN 978-3-86688-093-1. Br., 157 S. mit s/w Abb., 20,00 Euro (Best.Nr. 8002) Aus dem Inhalt: Gudrun Goes, Vorwort; Rudolf Neuhauser, Laudatio für Swetlana Geier; Horst-Jürgen Gerigk, Dostojewskijs Tatorte; Tom Kraft, Raskol’nikovs Beil – Opfermesser, Schwert [...]
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Lucie Duff Gordons Feuerbach-Übersetzung (etc.)

Narratives of Remarkable Criminal Trials. Translated from the German of Anselm Ritter von Feuerbach by Lady Duff Gordon. London: Murray 1846 (vollständig bei Google). Mehr über Lucie Duff Gordon (1828-1869) in ODNB. Lucie Duff Cooper nähert sich den Feuerbach-Fällen ohne Scheu, sie kürzt resolut und übersetzt sie in ein schlankes und (wenn ich mich nicht [...]
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Law and Literature (Forschung)

Legitimacy and Illegitimacy in Nineteenth-Century Law, Literature and History. Edited by Margot Finn, Michael Lobban and Jenny Bourne Taylor. Series: Palgrave Studies in Nineteenth-Century Writing and Culture. New York: Palgrave Macmillan 2010. Verlagsanzeige (mit ToC): “This innovative collection of essays by prominent scholars from the disciplines of literary studies, history and law explores the many [...]
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“J.G. Ballard und der Surrealismus”

Unter dem Titel “Der Roman als Gemälde” bespricht Oliver Lindner Jeannette Baxter: J.G. Ballard’s Surrealist Imagination. Spectacular Authorship. Farnham, UK: Ashgate 2009. IASLonline, Kriminalität und Medien. (Mehr zum Buch und zur Autorin auf dem Blog.) Und, aktuell nachgetragen (ohne deswegen zum Titel zu passen): In Law and Politics Book Review bespricht Christopher A. Riddle Law [...]
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Law and Literature (Forschung)

Christine L. Krueger: Reading for the Law: British Literary History and Gender Advocacy. Charlottesville: University of Virginia Press 2010. Aus der Verlagsanzeige: “Christine L. Krueger asks how “reading for the law” as literary history contributes to the progressive educational purposes of the Law and Literature movement. She argues that a multidisciplinary “historical narrative jurisprudence” strengthens [...]
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Junge Krieger

ganz zufällig lese ich zur Zeit drei Erzähltexte nebeneinander, in denen junge Männer (das ist übertrieben: es sind Buben im Alter von sechzehn oder siebzehn Jahren) in den Krieg geschickt werden (geschickt, auch wenn sie als Freiwillige gehen): Willibald Alexis: Iblou. Novelle. Erstmals im Frauentaschenbuch für das Jahr 1823 (Nürnberg: Schrag), dann bearbeitet im ersten Band [...]
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Die Kriminologie des Literaturkritikers (Alexis)

“Die criminalistische Poesie der neuesten Zeit ist eine Verirrung des Geschmacks”. Und: “Abgesehen von den gewöhnlichen Criminalfällen, Diebstahl, Todtschlag aus Leidenschaft oder aus Habsucht, wie sie im Kreise der niederen Stände vorkommen, und die doch im Ganzen wenig Interesse darbieten, ist das Verbrechen keineswegs ein Ausdruck der Naturkraft, nicht einmal ein Ausdruck von den Schwächen [...]
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