Tag-Archiv: Kleist

Kleist: Berliner Abendblätter 1.10.1810

Arnim an die Brüder Grimm. Berlin, 3. Sept. 1810: Kleist, der sich jetzt hier aufhält, hätte eigentlich eine ungemeine Anlage, so ein zweiter Dante zu werden, so eine Lust hat er an aller Quälerei seiner poetischen Personen, er ist dabei aber der beste Kerl und gibt jetzt ein Abendblatt im Hitzig’schen Verlage heraus, wozu Ihr [...]

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Kohlhaas im “Freiluftgefangenentheater”

in der JVA Tegel: “Das knapp dreißigköpfige aufBruch-Ensemble zeigt KOHLHAAS auf dem Gefängnishof der JVA Tegel als eine Collage aus verschiedenen dramatischen Bearbeitungen des Kohlhaas-Motives kombiniert mit eigenen Erfahrungen und stellt sich damit neuerlich den aktuellen Fragen nach Recht und Gerechtigkeit, Schuld und Sühne, Willkür und Idealismus angesichts einer in ihren gesellschaftlichen Werte- und Rechtsanschauungen [...]

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Kleist & Schirach

Es ist schon komisch, daß Kleist über die Neue Frankfurter Schule bei Ferdinand von Schirach anlangt: Kleist lehrt uns, über ein Recht zu lachen, das immer dann versagt, wenn seine zivilisierenden Funktionen am dringendsten gebraucht würden. Schirach dagegen verbindet den marxschen Kick mit der Nachdenklichkeit, die uns in die Lage versetzt, die Arbeit der Rechtsstaatsprofis [...]

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Recht & Literatur: Forschung

das meint ja immer: Strafrecht und Literatur. Thomas Weitin: Zeugenschaft. Das Recht der Literatur. Paderborn und München: Fink, 2009. Verlagsanzeige: “Was wissen Zeugen? Die neue Studie Zeugenschaft – Das Recht der Literatur untersucht die gemeinsame Geschichte von juristischer und literarischer Wahrheitsfindung. /   Ohne das Wissen von Zeugen könnte kaum ein Gerichtsverfahren zu Ende geführt werden. [...]

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Beispiel: Forschung (+ Beispiele)

Michael Niehaus bespricht — ausführlich und einlässlich — Jens Ruchatz / Stefan Willer / Nicolas Pethes (Hg.): Das Beispiel. Epistemologie des Exemplarischen. (LiteraturForschung 4) Berlin: Kadmos 2007. Bei IASL online. Es versteht sich ohne Frage, daß das Buch und die Rezension hier einschlägig sind, trotzdem sei noch auf die Verlagsanzeige verwiesen, über die man auch [...]

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Nachfrage zum Nachwort

“Etwas Neues dräut am Horizont, man kann es nicht einschätzen und für die Zukunft hochrechnen: die Macht der Wirtschaft, des Geldes, der Paragraphen. [...] Nichts mehr von den ‘Verbrechern aus verlorener Ehre’, den Michael Kohlhaasens [...] (Dieter Paul Rudolph: Emilie Heinrichs oder Die Wurzel allen Übels. In: Emilie Heinrichs: Leibrenten. Roman aus der Gegenwart. (1866) [...]

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Schütte über Roth

Spannend & lehrreich: Schütte über Roth (und Kleist und Cummings und Anderson).

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Poetische Gerechtigkeit

“Außer der Moral muß auch noch die poetische Gerechtigkeit beobachtet werden, und hierin lassen sich oft sonst löbliche Schriftsteller zu Fehlern verleiten, weil sie nicht das Criminalgesetzbuch der Kunst genug im Kopfe haben. Es wundert mich um so mehr, da diese Gesetze so einfach sind; denn da es ohne Tod und Ermorden in den Büchern [...]

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Außenseiterlektüre (auch ein Geständnis)

Lawrence Block, Grifter’s Game, Hard Case Crime Book, New York: Dorchester Publishing Co., 2004 [Originally Published 1961 as Mona]. Man darf den Roman nicht auslassen, man muß den Rezensenten folgen: “Klasse, dass wir Leser so etwas wieder entdecken”, erzählt “nach den Gesetzen der modernen Großstadtmärchen” (Menke). Hier ist alles “bereits an seinem Platz”, so “dass [...]

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“Kalteis”: Die Nazijustiz im ersten Kapitel

(ich lass’ es einfach mal mäandern:) Andrea Maria Schenkels Kalteis (Roman. Hamburg: Nautilus, 7. Aufl. 2007) fängt ganz hammermäßig an: Das (als solches nicht bezeichnete) erste Kapitel ‘dokumentiert’ eine “Aktennotiz zum Abschluss des Verfahrens Josef Kalteis / G e h e i m e R e i c h s s a c h e”, [...]

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