Tag-Archiv: Willibald Alexis

Friedrich Noellner

Nachdem in Deutschland eifrige Bestrebungen im Geiste des sog. Pönitentiarsystems stattgefunden hatten, kam es darauf an die Bedeutung der Todesstrafe damit zu vergleichen, denn sollte Besserung des Verbrechers Zweck der Strafe seyn, so war der Tod desselben ausgeschlossen. So lange aber jenes System von deutschen Gesetzgebern zwar anerkannt, jedoch nichts zu seiner Anwendung geschehen ist, [...]

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Hochstapler, Hochstaplerin, Impostor (1800-1900)

Google Ngram liefert selbstverständlich nur Anhaltspunkte für das Vorkommen von “Hochstapler” (blau), “Hochstaplerin” (rot) und “Impostor” in deutschsprachigen Druckwerken zwischen 1800 und 1900 (s. vollständige Anzeige im Ngram-Viewer). Auffällig, aber leicht erklärlich ist, daß die Hochstaplerin vor ihrem männlichen Pendant erscheint: 1842 sah Berlin den Fall der Sophie Menges, über den das Morgenblatt 1842 und [...]

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“weil ein animus injurandi

mit Wahrscheinlichkeit zu vermuthen sei”, wurde Willibald Alexis am 18. November 1841 “außerordentlich zu dreiwöchentlichem Gefängniß verurtheilt”. ‘Außerordentlich’ — das heißt in diesem Fall, daß der Beleidigungsvorsatz nicht nachgewiesen werden konnte. Doch so wie die Dinge lagen, hätte Alexis den Verdacht nur durch ein Geständnis ausräumen können, das ihm die ordentliche Strafe eingebracht hätte. Also [...]

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Rabenstein

Faust und Mephistopheles zu Pferde beim Rabenstein vorbeisprengend. Aus: Peter von Cornelius: Bilder zu Goethe’s Faust. Franckfurt am Main 1816 (vollst. Digitalisat). Zur Quelle (Goethezeitportal) und zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken. (Faust I) Nacht, offen, Feld FAUST. Was weben die dort um den Rabenstein? MEPHISTOPHELES. Weiß nicht, was sie kochen und schaffen. FAUST. [...]

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Literaturkritik im Belagerungszustand

Im Herbst 1848 las Willibald Alexis die eben erschienenen ersten beiden Bände der Kritischen Schriften Ludwig Tiecks. In seiner Rezension (oder “Anzeige”, wie er es nennt), die an den Weihnachtstagen 1848 in den Blättern für literarische Unterhaltung veröffentlicht wurde, kam Alexis selbstverständlich nicht umhin, die Gegenwart seines Lesens und Schreibens zu thematisieren: Die Geister welche [...]

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noch ein Jungspund als Literaturkritiker

Ich kann mir den Schmerz eines Menschen denken, der schon einmal berühmt gewesen, und den man nachher wieder schmählich vergessen hat. Alexis, der vor drei Jahren noch unsterbliche Wilibald Alexis ist in diesem traurigen Falle. Dieselbe Nation, die ihn damals ihren großen Unbekannten nannte, ihn aber wohl kannte, nennt ihn jezt den kleinen Unbekannten, und [...]

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Reservist als Rezensent

lange Zitate …: Setzen wir das Wesen und den Zweck der Tragödie, nach den bisher ausgesprochenen Erklärungen, entweder in ‘das Vergnügen bei der Vergleichung unsers ruhigen und sichern Zustandes mit den durch Leidenschaften verursachten Stürmen und Verwirrungen,’ oder in ‘das Gefühl der sittlichen Besserung beim Anblick der gehandhabten poetischen Gerechtigkeit,’ oder, nach Aristoteles, in ‘die [...]

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“Eine vaterländische Gespenstergeschichte”

So bezeichnet Alexis’ seine kurze Erzählung “Die Erscheinung von Anclam” lediglich in der Erstveröffentlichung, 1828 im Berliner Conversations-Blatt, Nrn. 171-173. Im Novellenband von 1830 muß sie ohne diesen Untertitel auskommen. Und doch ist die Bezeichnung ganz plausibel, auch wenn sie sich nicht durchsetzen konnte. Dabei hatte Alexis in einer redaktionellen Anmerkung weitere Beispiele angekündigt, die [...]

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“Herr Dr. Häring ist so gut Jurist als ich”

Julius Eduard Hitzig war nicht unnötig zurückhaltend, wenn es galt, Kollegen ins rechte Licht zu setzen, auch bei Adolph Müllner ist das schon aufgefallen — und schon damals haben wir da nichts Ehrenrühriges entdecken können. Andererseits sollte man genau hinsehen, denn manches Mal steckt mehr hinter den Elogen als nur die Werbung für die gemeinsame [...]

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Epiphanie

Preußens bei 3Sat (6.1. — Programm): “Abgestandene Ware findet auf dem Markt keine Käufer.” Von wegen, lieber van Asten!

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